Ein Winterhandschuh und der barmherzige Samariter

Was haben ein Winterhandschuh, eine Sonnenbrille und Flip-Flops mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter zu tun? Diese Frage wurde im Kindergottesdienst für die Sonntagsschüler des Bezirkes Wolfenbüttel beantwortet.

Zunächst begrüßte der Bezirksevangelist bei herrlichem Sonnenwetter alle Kinder des Bezirks Wolfenbüttel, die den zum Teil weiten Weg nach Ildehausen gemacht hatten. Besonders wurden diejenigen begrüßt, die in diesem Jahr ihren großen Tag der Einschulung erlebt haben. Ihnen wünschte er für die vor ihnen liegende Schulzeit viel Erfolg.

Nun wurde es spannend: Wozu benötigt man einen Winterhandschuh? Wann hilft die Sonnenbrille und wozu benutzt man ganz gerne Flip Flops? Die Antworten waren vielfältig. Bezirksevangelist Bickel leitete damit über zu dem Musical „Der barmherzige Samariter“, das die Sonntagsschulkinder aus Ildehausen über viele Wochen extra für diesen Tag eingeübt hatten. Das Musical mit fetziger Musik und einer für Kinder verständlichen Darstellung dieses Gleichnisses handelte von Händlern, tuschelnden Menschen, einem Priester, einem Levit und einigen „bösen“ Räubern und dem Überfallenen und Ausgeraubten, der all sein Hab und Gut den Räubern überlassen musste. Und es handelte natürlich vom barmherzigen Samariter, der den am Weg liegenden Geschundenen selbstlos in eine Herberge brachte und ihn liebevoll versorgte. Die Mitwirkenden gaben wirklich alles und überraschten die rund 100 Anwesenden aus dem gesamten Bezirk mit ihrer Darstellung. Der Mut der Kinder, die Solo- und Chorvorträge und die Geschichte selbst bildeten einen gelungenen Einstieg in die folgende Predigt des Bezirksevangelisten.

Er machte deutlich, dass die Kinder in ihrer Umgebung, z.B. in der Schule oder in der Nachbarschaft, den Mut haben sollen, hinzuschauen zu denen, die Hilfe brauchen, die Probleme haben und die vielleicht niemanden haben, der ihnen hilft. Dabei machte er Folgendes deutlich:

  1. Zum Helfen muss man ein gutes, sensibles Gefühl in den Händen haben; mit Winterhandschuhen kann man nicht sehr gut helfen oder Wunden verbinden.
  2. Um Schwachheiten und Probleme des Nächsten zu erkennen, muss der Blick klar und hell sein. Eine Sonnenbrille verdunkelt den Blick; sie ist sogar hinderlich.
  3. Oft ist es notwendig, zum Hilfesuchenden mit festem Schritt hinzugehen. Dazu ist gutes, festes Schuhwerk notwendig. Flip Flops eignen sich hierzu nicht.

Mit diesem Vergleich wurde das Gleichnis sehr praktisch und auch für die Kinder nachvollziehbar. Die Kinder wurden aufgefordert, hinzuschauen, hinzugehen und zuzupacken, wenn jemand in ihrer Umgebung Hilfe benötigt.

Nach dem Gottesdienst und einem kleinen Imbiss waren im Rahmen einer Schnitzeljagd noch einige kniffelige Aufgaben zu erfüllen. Die Kinder waren voll bei der Sache und gaben alles, um als Sieger hervorzugehen. Gewonnen haben alle, die mitgemacht haben.

Gegen Mittag ging ein abwechslungsreicher und inhaltsreicher Vormittag in Ildehausen zu Ende. Es war ein Gottesdienst von Kindern für Kinder.

Text: V. H. / Fotos: T.L.